Aktuelles zum Thema Internet-Sicherheit
Tracker, Datensammler und was Sie dagegen tun können.
Nicht neu, sondern eher schon ein alter Hut sind die Risiken, die mit dem Surfen im Internet verbunden sind. Jeder weiß grob, was es mit Viren, Trojanern und Schadsoftware auf sich hat, und schützt sich — je nach eigener Risikoeinschätzung — mehr oder weniger gut gegen diese Angriffe.
Weit weniger bekannt, oder zumindest als weit weniger gefährlich eingeschätzt, ist die Tatsache, dass bereits der Aufruf selbst als harmlos oder absolut vertrauenswürdig bekannter Seiten zu einem erheblichen, persönlichen Risiko beiträgt. Waren bisher sogenannte Cookies mit extremem Misstrauen belegt oder für manchen einfach nur nervig, hat sich im Hintergrund völlig unbemerkt eine andere Gefahr breitgemacht: sogenannte „Tracker“.
Tracker sammeln diverse Informationen über das Verhalten der jeweiligen Seitenbesucher, um sie hinterher nach bestimmten Kriterien auszuwerten. Im harmlosen Fall nutzen Unternehmen Web-Tracker, wenn sie mit Werbung auf ihrer Webseite Geld verdienen möchten: Sie stellen fest, von welchen Seiten Besucher kommen, wie lange sie bleiben und welche Inhalte sie am liebsten anklicken. Aufgrund dieser Daten lassen sich Webseiten optimieren, um noch mehr Nutzer zu erreichen und individualisierte Werbung zu platzieren.
Dabei schreiben Tracker aber nicht nur die eigenen Aktivitäten auf einer speziellen Webseite mit, vielmehr „verfolgen“ sie den Seitenbesucher (daher der Name) durch das gesamte Internet und erstellen so ein Profil aller komplexen, persönlichen Aktivitäten im Netz. Da die „üblichen Verdächtigen“, also Google, Facebook & Co., für Homepage-Betreiber fertig konfektionierte Tracker-Pakete als Dienstleistung anbieten, an die praktischerweise gleich eigene Auswertealgorithmen angehängt werden, sind auf manchen Seiten bis zu 50 verschiedene Tracker parallel aktiv.
Ein reales Beispiel
Der Autor dieses Textes bestellte bei Amazon eine grammgenaue Feinwaage, um künftig mittels einer App der Deutschen Bundespost einen Freistempler im Adressfenster seiner Korrespondenz automatisch generieren zu können. Das Ergebnis: Seitdem wird er beim Aufruf der Amazon-Seite mit Werbung rund um den Drogenkonsum überschüttet — von weiteren Mini-Feinwaagen über Pfeifen bis zu Zubehör für die entsprechende Verkaufskonfektionierung.
Was kann man nun tun?
Wir empfehlen als absolutes Minimum den Einsatz eines Trackerfilters, zum Beispiel als Add-on für Browser wie Firefox — von denen es täglich mehr gibt und die Ihnen die vielfältigen, nun gestoppten Spionageversuche anzeigen. Die sichtbaren Ergebnisse werden Sie rückwirkend erschrecken, aber danach beruhigen. Für ganz diskrete Aktionen ohne großen Traffic, wie z. B. Downloads, empfehlen wir zudem ausdrücklich den sogenannten Tor-Browser.